digital vs analoges Graphic Recording

Welchen Mehrwert bringt Graphic Recording für eine Veranstaltung? Was ist (neben dem Unterhaltungsaspekt und den Nachnutzungsmöglichkeiten) mit Graphic Recording zu erreichen?

Ziel jeder Veranstaltung ist es, Menschen abzuholen, mitzunehmen und sie zu motivieren und zu aktivieren. Die Tatsache, das vor Ort analog & ganz real ein Bild (oder eine ”Growing Wall”) entsteht, hat ganz besondere Vorteile, weil es ganz echt und wirklich passiert. Viele Menschen sind von der Handlung des Zeichnens selber fasziniert, für viele hat das visuelle Schaffen etwas Magisches. Wenn das fertige Bild zeitnah gut plaziert wird (am besten dort, wo es den Kaffee gibt), entsteht ein Fokus, ein Ankerpunkt. Ich nenne es gerne den Lagerfeuereffekt. Das ist meiner Meinung nach der wertvollste Nutzen. Die Menschen versammeln sich und kommen in den direkten Austausch. Das Bild ist präsent, unterhaltsam, informativ, erzählt eine Geschichte von der der Betrachter ein Teil ist. Es verschafft einen Überblick, erinnert, öffnet emotionale Zugänge ist, bringt Menschen in eine positive Stimmung und fördert Kommunikation. Das sind sozusagen die inneren Werte eines Graphic Recordings.

Visualisierung auf dem pad hat sicher Vorteile. Das Zeichengeschehen kann direkt an die Wand gebeamt werden, zumindest zwischen den Präsentationen oder in einem extra Fenster. Das macht Sinn bei Großveranstaltungen, wo man den Zeichner selber nicht wahrnimmt. Außerdem kann während des Zeichnens korrigiert werden, die Farbigkeit hat eine fast aquarellhafte Anmutung, das Bild kann simultan in soziale Netzwerke oder anderweitig eingebunden werden. Der Lagerfeuereffkt tritt vor einer Leinwand mit einem gebeamten Bild allerdings nicht ein.
Ich denke, die Technik selber sollte man nicht überbewerten. Möglichkeiten gibt es viele und mediale Effekte können ebenso anhand eines analogen Graphic Recordings umgesetzt werden. Aber grundsätzlich gilt, Graphic Recording hilft Menschen zu erinnern, in den Dialog zu bringen und emotional abholen.

Corporate Citizenship · Graphic Recording

Die Bertelsmann Stiftung hat zur Regionalkonferenz nach Wolfsburg eingeladen, um über Unternehmensverantwortung, Corporate Responsibility und corporate Citizenship zu sprechen. Motivation durch Engagement bringt Mehrwert für Unternehmen, Region und Mitarbeiter, das beleuchtete Peter Kusterer, verantwortlich für Corporate Citizenship und Corporate Affairs bei IBM eindrücklich in seinem Vortrag. Als diesjähriger Preisträger des Wettbewerbs Mein gutes Beispiel wurde die Abenteuerhaus GmbH mit ihrer Initiative Sei dein eigenen Held gewürdigt. Ich war verantwortlich für die Dokumentation mit Graphic Recording und bin beim Live-Zeichnen sogar gefilmt worden.
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Schreibfestival #klartext 17

Das Schreibfestival #klartext, eine Initiative des Niedersächsischen Kultusministeriums, bot SchülerInnen im Pavillon Hannover ein vielfältiges Programm rund um das Thema Schreiben. Profis haben in Workshops Anleitung, Erfahrungen und Tipps weitergegeben. Mein Schwerpunkt war das Visualisieren. Neben dem Zeichnen eines Graphic Recordings zur Veranstaltung, habe ich SchülerInnen aktiv in die Methode einbezogen. Dabei hatte ich einige aufschlussreiche Gespräche. Besonders erschreckt hat mich (mal wieder) die Aussage „Ich kann nicht zeichnen!” Warum nur denken das so viele (auch ganz junge) Menschen? Na, ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen inspirieren und vor allem neuen Mut machen!

Workshops visuell dokumentieren

Ich werde oft gefragt, wie ich es mache, wenn ich parallel laufende Workshops mit Graphic Recording dokumentiere. Ich kann schließlich nicht überall dabei sein… Stimmt! Mein persönlicher Rekord liegt aktuell bei der Visualisierung von sechs parallelen Workshops. Je nach zur Verfügung stehender Zeit zeichne ich ggf. ein zentrales Motiv pro Thema vor und bringe die vorbereiteten schon Bilder mit. Während den Sessions hole ich mir ggf. Streiflichter und Stichworte aus den Workshops. Oder ich bekomme zusammengefasste Inhalte direkt von den Moderatoren. Damit ergänze ich die Bilder an einer zentralen Stelle. Gibt es eine Präsentation im Forum, vervollständige ich jedes Workshopbild simultan mit den Ergebnissen und schließe es damit ab. Auf diese Art kann ich mehrere visuelle Protokolle parallel anfertigen und der Kunde bekommt ein schönes Ergebnis.
Aber irgendwo liegt natürlich die Grenze. Ab einem bestimmten Umfang kann das ein Graphic Recorder alleine nicht mehr bewältigen.